RIO NELL'ELBA

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RIO NELL'ELBA

„Rio nell'Elba“ hat seine Wurzeln bereits in der Bronzezeit und ist somit einer der ältesten Orte der Insel. Das Bergdorf liegt auf einer Höhe von 180 Metern über dem Meeresspiegel. In den letzten Jahren ist der Ort stark gewachsen, da direkt neben dem alten Ortskern eine neue Siedlung namens „La Ginestra“ gebaut wurde. Nach wie vor wird dort viel geplant und gebaut und es gibt keinen Ort auf der Insel, der sich in den letzten Jahren so stark gewandelt hat wie Rio nell'Elba.

Wie die meisten anderen Orte der Ostseite hat Rio nell'Elba seine Wurzeln im Bergbau, besonders dem Abbau von Eisenerzen. Diese Tradition geht schon auf die Zeiten zurück, als die Etrusker auf der Insel waren. Rio nell'Elba war bis zum Ende des Bergbaus das industrielle Zentrum der Insel. Im ansässigen Museum „Alfeo Ricci“ ist eine große Anzahl an elbanischen Mineralien ausgestellt. Interessierte finden das Museum im Dorfzentrum und können sich an den mehr als 700 Exponaten verschiedenster Mineralienarten erfreuen. Diese wurden aus allen Teilen der Insel zusammengetragen.

Geologisch betrachtet besteht Elba aus drei Teilen: Die Westseite mit dem „Monte Capanne“ besteht vorwiegend aus Granit, Turmalin, Beryllium, Serpentinit und Porfido. Der flachere mittlere Inselteil besteht aus Diabisi, Serpentinit und aus den quarzhaltigen Porfido, Alberese und Granit. Der Osten der Insel ist geologisch betrachtet vielschichtiger und komplexer: Im Südosten um den „Monte Calamita“ und an der Küste zwischen „Porto Azzurro“ und „Rio Marina“ gibt es vor allem Misascisto aus dem Paleozoikum, Feldspat, Quarz, Turmalin, Marmor und Dolomitstein. Hingegen findet man um den Ort „Capoliveri“ Porfido und Kalkgestein, während man im Nordosten eisenhaltige Mineralien wie Oligist, Limonit und Magnetit findet, darüber hinaus Ardesia Schiefer, Karbonatschiefer sowie Kalkgestein aus dem Mesozoikum.

Das letzte Bergwerk der Insel wurde im Oktober 1981 stillgelegt und in der Folge das Geschäft mit dem Tourismus weiter ausgebaut.

Historisch und kulturgeschichtlich betrachtet ist die im 7. Jahrhundert erbaute Burgfestung „Castello del Volterraio“ noch von größerer Bedeutung, denn sie wurde als einzige Festung der Insel nie von sarazenischen Piraten eingenommen.

Volterraio

Aufstieg zum Volterraio

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Ebenso interessant ist die Pfarrkirche „S. Giacomo e Quirico“. Die Kirche wurde bereits im 11. Jahrhundert gebaut, jedoch wiederholt von Piraten zerstört und immer wieder neu renoviert. Die Fassade ist deshalb heute im Renaissancestil gehalten, wohingegen das Innere der Kirche barock ist. Ein Ausflug lohnt sich darüber hinaus zu der alten Kirche und Einsiedelei sowie dem angeschlossenen botanischen Garten „Santa Caterina“ (am Ostermontag findet hier das „Sportella“ Fest statt) und zur „Chiesa della Santissima Trinità“. Diese kleine Kirche mit angeschlossener Einsiedelei wurde im 16. Jahrhundert gebaut und liegt an der Straße nach „Nisporto“, in der Gegend des antiken „Grassera“. Dieser mittelalterliche Ort wurde um 1500 von türkischen Piraten verwüstet. An „Pasquetta“, dem Ostermontag, isst man hier im Angedenken daran getrocknete Feigen. In Rio nell'Elba findet man noch ein altes Waschhaus mit Messingausgüssen aus dem 16. Jahrhundert. Charakteristisch für den Osten der Insel ist zudem die Burg „Castello del Monte Giove“.

Das Waschhaus

Zur Kommune Rio nell'Elba gehören die Badeorte mit Kiesstränden „Bagnaia“ (mit tollem Sonnenuntergang und Ausblick auf Portoferraio), „Nisporto“ und „Nisportino“ und sie erstreckt sich über 16 km². Circa 1.200 Einwohner leben hier. Die Postleitzahl lautet 57039, die Telefonvorwahl (0039) 0565.

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