RIO MARINA

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RIO MARINA

„Rio Marina“ war einer der letzten großen Orte der Insel, in dem der Tourismus Einzug gehalten hat. Erst in jüngerer Zeit wurden Hausfassaden renoviert sowie alte Minen stillgelegt und Bergwerke begrünt. Somit änderte sich auch das Ortsbild, denn die meisten Fassaden, die früher grau oder schwarz waren, sind heute pastellfarben.

Früher dienten die Bergwerke und der Hafen von Rio Marina dem Abbau und dem Abtransport eisenhaltiger Mineralien. Selbst heute glitzert die Küste bei Rio Marina noch und man sieht vielerorts die charakteristische rote Färbung der Landschaft. Von historischer Bedeutung sind der sechseckige Turm am Hafen und das Oratorium von „San Rocco“, das 1570 erbaut wurde. Wer sich für die Geologie und für die Mineralienvorkommen der Insel interessiert, für den lohnt sich ein Besuch des Gemeindemineralienmuseums „Erisia Gennai Tonietti“. Dort gibt es mehr als 700 Ausstellungsstücke zu bewundern.

Nach der endgültigen Schließung der Bergwerke musste man sich zwangsläufig auf den Tourismus konzentrieren und Rio Marina wurde, wie die meisten anderen Orte der Insel, durch die nahegelegenen Strände zu einem beliebten Badeort. Die Überreste der alten Bergwerke auf dem Gebiet der Gemeinden Rio Marina und Capoliveri zeugen noch heute von der zurückliegenden industriellen Zeit. Von Norden Richtung Süden folgend, liegt dabei zuerst das Bergwerk „Rioalbano“ auf dem Weg, das sich an der Küste zwischen „Cala del Telegrafo“ und „Rialbano“ sowie über den gesamten Berg „Monte Calendozio“ erstreckt. Bereits zur Zeit der Etrusker und der Römer wurden hier Minerale abgebaut und direkt verarbeitet – überwiegend Hämatit und Limonit.

Bei den letzten Häusern des Ortes befindet sich das Bergwerk von Rio Marina, das sich hinauf zum „Monte Giove“ erstreckt. Dort wurden große Mengen an Hämatit und Pyrit abgebaut. Ein weiteres Bergwerk befindet sich nördlich des Strandes von „Ortano“, an den Hängen des „Monte Fico“. Auch dort wurde Pyrit abgebaut, das zur Herstellung von Schwefelsäure genutzt wurde. Darüber hinaus wurden dort mächtige Kristalle des „Hedenbergit“ und „Ilvait“ gewonnen. Fährt man weiter in den Nordosten Porto Azzurros, so trifft man dort auf die Bergwerke „Terra Nera“ und „Capo Bianco“, die kaum einen Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind. Auf dem Gebiet der Mine Terra Nera wurden Pyrit, Hämatit und Magnetit abgebaut. Dort gibt es seit der Bergwerks-Schließung eine Besonderheit in Form eines kleinen, stark schwefelhaltigen Süßwassersees zu bewundern, der sich direkt gegenüber eines kleinen Strandes am Meer befindet. Das Gelände ist jedoch seit einigen Jahren abgesperrt.

Das Bergwerk Capo Bianco trägt seinen Namen aufgrund der Farbe der Felsen. Dort wurde überwiegend „Limonit“ abgebaut.

Die wichtigsten Ortschaften der Kommune Rio Marina sind „Capo d'Arco“, „Ortano“ und „Cavo“. Cavo befindet sich am nördlichsten Punkt der Insel am Fuß des „Monte Grosso“.

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Die Kommune erstreckt sich über eine Fläche von 19 km² und hat circa 2.260 Einwohner. Die Postleitzahl lautet 57038, die Telefonvorwahl (0039)0565.

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