ELBAS GEOLOGIE UND BODENSCHÄTZE

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ELBAS GEOLOGIE UND BODENSCHÄTZE

Eine alte Legende berichtet, dass Aphrodite, die schaumgeborene griechische Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde, eine Kette ins Meer fallen ließ. Die Perlen dieser Kette legten sich auf die Wasseroberfläche, davon sieben zwischen der toskanischen Küste und Korsika. Daraus entstand die Inselgruppe des „Toskanische Archipels“, darunter auch Elba, die größte der Inseln des Archipels.
Die geologische Herkunft ist nicht minder faszinierend wie diese Sage aus der griechischen Mythologie. Der Weg führt dabei zurück in früheste Epochen der Erdgeschichte, in Zeiten der Kontinentalverschiebungen, als sich der Superkontinent „Pangaea“ auflöste und sich im Wandel der Zeiten neue Kontinente und Ozeane bildeten. Aus den Kollisionen, Verschiebungen und Dehnungen einzelner Kontinentalplatten, einem Prozess der sich über viele Millionen Jahre hinzog, ergaben sich einschneidende Veränderungen der Erdoberfläche: Riesige Teile der Erdkruste brachen ein und füllten sich mit Meerwasser. Dabei wurde auch die Erdoberfläche dünner und Magmamassen stiegen auf, um an der Erdoberfläche zu erstarren. Daraus entstand beispielsweise das Granitmassiv des Monte Capanne. Der sogenannte „Pluton“, der Urvater des gesamten Inselarchipels. Er stieg so aus den Tiefen an die Oberfläche des Meeres und verhinderte damit ein Abrutschen der sedimentären Felsen Richtung Osten, aus denen die Tiefebene im Zentrum Elbas entstand, während sich im Osten Elbas ein zweiter kleinerer Pluton bildete.

Wie in dem Artikel über den Erzabbau Elbas zu lesen (www.ab-nach-elba.de/index.php/geschichte/57-elbas-erzvorkommen), ist die Geschichte der Insel untrennbar mit dieser Urgeschichte und der Entstehung der Erz- und Mineralvorkommen verbunden. Generationen an Bergarbeitern brachten riesige Mengen an Bodenschätzen mit unvergleichlicher Schönheit ans Tageslicht, worin der industrielle Aufschwung Elbas begründet lag, ebenso das Interesse von Wissenschaftlern und Sammlern.

Besonders der Osten Elbas ist ein wahres Paradies für Geologen und Mineralogen, auch wenn die alten Minen alle geschlossen sind und der Tourismus das Bild der Insel heute prägt. Dennoch findet man auf der gesamten Ostseite der Insel noch eine Vielfalt an Mineralien und Eisenoxiden.

Hier eine Liste der Bekanntesten:

  1. Der Hämatit: Der Name „Hämatit“ (haima = Blut) deutet auf das rote Pulver hin, welches daraus entsteht. Charakteristisch sind die lamellen- oder rosenförmigen Kristallisierungen. An der Außenfläche weisen sie eine dunkle, metallisch glänzende Farbe auf.

  2. Der Limonit ist ein oft pseudomorphes, gelb-braunes Eisenhydroxit. Die erdigen Sorten des Hämatit und Limonit sind für das Ockergelb und Rot verantwortlich, welches die Erde und die Felsen des Ostens der Insel färbt.

  3. Der Pyrit wird wegen seiner Farbe auch „Katzengold“ oder „Gold der Dummen“ genannt. Seine golden metallische Farbe ist typisch und macht ihn einzigartig charakteristisch auf der Insel. Pyrit gibt es in markanten Formen, z. B. in achtflächigen oder kubischen Kristallisierungen.

  4. Der Ilvait ist eine Mineralienart, die ihren Namen daher hat, dass sie hauptsächlich auf elbanischem Boden gefunden wurde („Ilva“ ist der frühere Name Elbas, der einst von den Liguriern der Insel gegeben wurde). Das Mineral gibt es in großen Kristallen und in Prismenformen und sie sind glanzlos schwarz. Da man den Ilvait nur noch sehr selten findet, ist er bei Sammlern natürlich sehr beliebt.

  5. Der Magnetit hat mit 72,5 % den höchsten Eisengehalt. Er ist kompakt, glanzlos und schwarz. Bei Calamita, im Südosten Elbas, gibt es eines der größten Magnetitvorkommen Italiens und selbst magnetischen Magnetit.

    Zudem findet man dort auch einige kupferhaltige Mineralien, welche bereits in einer Zeit zwischen der Bronze- und der Eisenzeit verarbeitet wurden. Die Begräbnisstätte der Grotte von „San Giuseppe“ bei „Rio Marina“ bietet Hinweise darauf. Kupfer ist in Oxiden wie dem Cuprit, in Silikaten und in Carbonaten wie dem bekannten Malachit und Azurit in grünen und blauen Färbungen enthalten.

Im Gegensatz zum Osten der Insel wurde im Westen nie Bergbau betrieben, da es dort, aufgrund des „Granodiorits“ des Monte Capanne, nur wenige Mineralien gibt. Trotzdem kann man in den Granitgängen, welche man an den Hängen des höchsten Berges der Insel findet, Mineralien und Kristallisationen von großer Schönheit entdecken. Diese werden sogar in den größten Museen ihrer Art ausgestellt, wie z. B. in New York, Paris, Moskau oder London.

Zu Mineralien der Westseite gehören:

  1. Der Turmalin – seine bekannteste Sorte ist der Elbait. Er trägt seinen Namen daher, dass er erst im letzten Jahrhundert auf der Insel entdeckt wurde. Seine Kristalle sind prismatisch in verschiedenen Größen und glänzen stark. Die Farbe reicht von Schwarz über durchsichtig bis Rosa und Grün.

  2. Das Beryllium ist eines der bemerkenswertesten Mineralien Elbas. Seine Kristalle haben oft eine prismatische oder gedrungene Form. Die Oberfläche des Minerals glänzt glasartig und die Farbe reicht von Weiß über Blau bis hin zu zartem Rosa.

  3. Den Orthoklas findet man in den pegmatitischen Granitgängen häufiger. Er zeigt sich in prismatischen, säulenartigen Kristallisationen oder in Formen von tabellarischer Struktur. Die Farben gehen von Elfenbeinweiß bis Rosa-Violett.

  4. Der Quarz – seine Kristalle sind in der Regel kleiner als 3 cm und er hat eine prismatische Form. Die Farben reichen von durchsichtigem Weiß bis hin zu Grau oder Schwarz. Sammler finden Quarz in großen Mengen am Granit des Monte Capanne. Durch Erosionen entstand so der Sand von Cavoli, Seccheto und Fetovaia.