DIE GESCHICHTE ELBAS

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DIE GESCHICHTE ELBAS

Die Insel Elba wurde im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Volksgruppen besiedelt. Das älteste namentlich erwähnte Volk, welches auf Elba lebte, waren dabei die "Ilvaten" mit ligurischer Herkunft. Doch schon ab ungefähr 750 v. Chr. wurde Elba mehr und mehr von den "Etruskern" besiedelt, die sich besonders für das umfangreiche Eisenvorkommen interessierten und damals schon mit dem Abbau des begehrten Rohstoffs begannen.

Um das Jahr 453 v. Chr. besetzten vorübergehend die Griechen die Insel und nannten Elba "Aethalia", was in ihrer Sprache so viel wie "die Rauchende, Rußige" hieß.

246 v. Chr. eroberten dann die Römer die Insel und sie wurde für die Dauer von rund 800 Jahren ins Römische Reich, beziehungsweise dessen Nachfolgereiche - ab 476 n. Chr. "Reich des Odoaker", ab 493 "Ostgotisches Reich", ab 535 "Byzantinisches Reich" - eingegliedert. Die Römer gaben Elba den Namen "Ilva", was schon an den heutigen Namen erinnerte.

Ende des 6. Jahrhunderts kamen die "Langobarden" nach Elba und die Zugehörigkeit zum Byzantinischen Reich war beendet. Die Langobarden gliederten die Insel in ihr Reich ein, welches 774 n. Chr. dann fränkisch wurde.  

Im Zusammenhang mit der "Pippinschen Schenkung" wurde Elba 787 dem Papst übergeben. Dieser konnte auf der Insel jedoch keine wirkliche Herrschaft ausüben. Darüber hinaus war die Insel ab dem 9. Jh. immer wieder Angriffen durch die "arabischen Sarazenen" ausgesetzt. Gegen deren Übermacht konnte sich die Bevölkerung nahezu nicht verteidigen und die Leidenszeit aufgrund dieser Angriffe dauerte bis ins 16. Jh. hinein.

Im Jahre 1015 schenkte der Papst Elba der neu aufstrebenden Seemacht Pisa. Es war eine Geste seines Dankes für deren Kampf gegen die Sarazenen.  

Die Pisaner waren sehr eifrig und errichteten viele noch heute vorhandene Befestigungsanlagen und Wachtürme. Sie bauten auch Kirchen im Stil der Pisaner Romanik. Im 13. Jh. wurde Elba erneut angegriffen, dieses Mal von Genua aus, da die Genuesen die größten Rivalen Pisas waren.

Im Jahre 1399 verkaufte der Pisanische Herrscher "Gerardo Appiano" den pisanischen Staat an den Mailänder Herzog "Gian Galeazzo Visconti". Dabei behielt er jedoch Piombino, die Insel Elba, sowie weitere kleinere Gebiete für sich zurück. In der Hafenstadt Piombino errichtete Visconti daraufhin eine eigenständige Signorie, der er 1442 die Insel Elba unterordnete. In der Folge gehörte diese zur "Signorie Piombino".

Im Jahre 1593 wurde Piombino zum Fürstentum erhoben. Fast ein halbes Jahrhundert später, 1635, nach dem Aussterben der "Appiano", ging diese dann an die "Ludovisi" und später an die "Buoncampagna" weiter. Im Gegensatz dazu war das Schicksal Portoferraios, das ab 1548 zum Großherzogtum Toskana gehörte, sowie "Porto Longone", dem heutige "Porto Azzurro", ein ganz anderes. 1596 wurden diese von Philipp III. von Spanien eingenommen und in der Folge dem "Stato dei Presidi" eingegliedert.

Im Kontext der Revolutionskriege wurde Elba vorübergehend von Großbritannien besetzt und später, im Jahre 1802, im "Frieden von Amiens" Frankreich zugesprochen. Im Vertrag von Fontainebleau vom 11. April 1814 wurde verankert, dass die Insel von nun an als souveränes Fürstentum Napoleon übertragen werden sollte. Dieser wiederum dankte am selben Tag als Kaiser der Franzosen ab.  

Napoleon landete auf Elba am 4. Mai 1814 und nahm umfangreiche Reformen vor, welche natürlich auch die seinerzeit über 10.000 Einwohner betrafen. Doch bereits am 26. Februar 1815 musste er von seinem Exil auf der Insel Elba fliehen und kehrte nach Frankreich zurück.

Im "Wiener Kongress" wurde Elba dann dem Herzogtum Toskana zugesprochen. So gelangte es mit diesem 1860 an das Vereinte Königreich Italien.

Zur Zeit des Nazionalsozialismus, nach einem Bombenangriff am 16. September 1943, mussten sich die königlich-italienischen Truppen auf der Insel der Wehrmacht ergeben. Diese besetzte daraufhin die Insel. Während des Italienfeldzugs führte die 1. Französische Armee mit britischer Unterstützung im Juni 1944 unter dem Codenamen "Operation Brassard" die Invasion von Elba aus und befreite die Insel.

Erst im Jahre 1982 wurde auf Elba die letzte Eisenmine geschlossen, während sich bereits ab den 1960er Jahren langsam der Tourismus entwickelte. Mit der Gründung des Nationalparks „Parco Nazionale Arcipelago Toscano“ im Jahr 1998 soll weiterhin sichergestellt werden, dass dies in sanften Bahnen erfolgt.

 

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